Die Geschichte des Cannabis
Cannabis wird von der Menschheit schon seit Jahrtausenden benutzt, sei es für medizinische Zwecke, oder als Rauschmittel. Die Pflanze erfreut sich großer Beliebtheit in verschiedenen Teilen der Welt. Hier erfahren Sie alles über die Geschichte des Cannabis und wie die Pflanze zu dem Trendprodukt von heute geworden ist.
Wann ist Cannabis in der Menschheitsgeschichte zum ersten Mal aufgetaucht?
Die frühsten Nachweise für die Nutzung von Cannabis stammen aus der prähistorischen Zeit, der genau Ort lässt sich jedoch nur vermuten. Diverse archäologische Funde zeigen auf, dass Cannabis seit mindestens 10.000 Jahren verwendet wird. Die erste Hochkultur, welche die Hanfpflanze kultivierte, waren die Chinesen. Diese nutzten die Pflanze, um Gebrauchsgegenstände wie Kleidung, Seile, oder Papier herzustellen. Teilweise wird die männliche Hanfpflanze genau für diese Gegenstände auch heute noch genutzt.
Aber auch in anderen Teilen der Welt wurde die Pflanze zu dieser Zeit genutzt, insbesondere die antiken Ägypter hatten eine Vorliebe für die Pflanze als Medizin. Neben den Ägypter waren auch die Inder von der Cannabispflanze überzeugt, sie benutzen die Pflanze auch für religiöse und medizinische Zwecke. In einer bekannten alten indischen Schrift wird die Hanfpflanze als eine der fünf heiligen Pflanzen erwähnt.
Im Laufe der Menschheitsgeschichte taucht Cannabis somit immer wieder auf, vor allem für medizinische und spirituelle Zwecke fand sie also Verwendung. Aber auch im antiken Handwerk wurde sie als Rohstoff für Nutzgegenstände sehr geschätzt.
Wie kam Cannabis nach Europa?
Die beliebte Pflanze fand ihren Weg nach Europa zu Zeiten des römischen Reiches, da sie in den exotischen Regionen dieser Welt sehr beliebt war, brachten sie die Römer als wichtiges Handelsgut in ihre Heimat. Es gibt jedoch auch archäologische Funde in Deutschland von Cannabissamen, diese sind auf das 5. Jahrhundert v. Chr. datiert. Hier wird vermutet, dass die Kelten und Germanen Hanf als Nutzpflanze für die Herstellung von Kleidung angebaut haben.

Im Mittelalter spielte die Hanfpflanze vor allem für die Textilindustrie eine bedeutende Rolle, aus den robusten Pflanzenfasern wurden Kleidung, Seile und Segeltücher hergestellt. In Teilen Europas, die heute Tschechien zugeordnet werden, wurde aus Hanf vor allem Papier gewonnen. Somit lässt sich festhalten, dass Cannabis seinen Weg aus Asien und Afrika nach Europa fand und dort für die gleiche Zwecke verwendet wurde, für die es bereits von sehr alten Hochkulturen verwendet wurde.
Was passierte nach dem Mittelalter?
Auch nach dem Mittelalter war Cannabis ein fester Bestandteil Europas und die Entwicklung ging ihren Weg. Die Pflanze wurde hauptsächlich für die gleiche Zwecke benutzt, für die sie die Menschheit auch schon in der Antike und im Mittelalter benutzt hat.
Hier ein kleiner Epochenüberblick und die Nutzung von Hanf:
- Neuzeit und Entdeckung Amerikas: Europäische Seefahrer brachten die Hanfpflanze nach Amerika. In den dortigen Kolonien wurde die Pflanze angebaut, um aus ihr Seile und Kleidung herzustellen. Somit kamen auch die indigen Völker Amerikas mit der Pflanze in Kontakt.
- 19. Jahrhundert: Im 19. Jahrhundert erlebte Cannabis vor allem in Europa und in Nordamerika zunehmend eine Wandlung. Die Pflanze wurde von Medizinern entdeckt und gewann immer mehr an Bedeutung für die Behandlung von Schmerzen, Schlaflosigkeit und anderen Beschwerden. Cannabis war zu dieser Zeit unter der Bevölkerung als Medikation besonders beliebt und verbreitet.
- 20. Jahrhundert: Diese Haltung änderte sich jedoch im 20. Jahrhundert. Von 1920-1930 wurden in den USA und in vielen anderen Ländern Gesetze entworfen, die den Besitz und Verkauf von Cannabis strafbar machten. Die Cannabis-Prohibition entstand, die bis heute noch in vielen Teilen der westlichen Welt gelebt wird. Zu dieser Zeit brachte man die Hanfpflanze mit der Einwanderung fremder Kulturen in die USA und mit Kriminalität in Verbindung. Somit wurde eine politische Kampagne gestartet, um die Kriminalität zu bekämpfen und somit für mehr Sicherheit zu sorgen. Das führe zu einer scharfen Verfolgung der Cannabispflanze und ihrer Konsumenten.
- Modernes Zeitalter: In der Moderne begann auch das sich wieder zu ändern, viele westliche Länder begannen ihre Cannabispolitik zu überdenken. Eines der progressivsten Länder waren die Niederlande, diese entkriminalisierten den Konsum von Cannabis und machten es somit für die Bevölkerung als Freizeitdroge zugänglich. Aber auch weitere europäische Länder wie Spanien schlossen sich diesem Trend an. Für die westliche Welt war wahrscheinlich der größte Schritt zum Umdenken, als die USA im Bundesstaat Colorado Cannabis zum ersten Mal im Jahr 2012 legalisiert hat. Seitdem haben sich viele weitere Bundesstaaten angeschlossen, sowohl auf der West- und Ostküste. Nun scheint es so, dass die Pflanze auf Bundesebene in den nächsten Jahren legalisiert werden soll.
Wie steht Deutschland zur Cannabis-Thematik?
Auch in Deutschland hat sich seit der Prohibition einiges verändert. Ein Meilenstein für die gesellschaftliche Anerkennung war die Legalisierung für den medizinischen Bereich im Jahr 2017. Hier wurde es Patienten zum ersten Mal erlaubt, Cannabis als Heilpflanze für diverse Beschwerden auf Rezept von einem Arzt verschrieben, zu bekommen. Das war insbesondere für Krebs-Patienten von Vorteil, da diese die Pflanze zur Schmerzlinderung einsetzen. In einigen Fällen wurden die Kosten für eine Cannabisbehandlung sogar von der Krankenkasse gedeckt.
Zum heutigen Stand ist der Besitz von Cannabis für den Freizeitkonsum immer noch strafbar, allerdings ist einiges an Bewegung in die Politik zu diesem Thema gekommen. Die jetzige Regierung unter Kanzler Olaf Scholz plant bis Ende der Legislaturperiode eine vollständige Legalisierung der Hanfpflanze für den Freizeitkonsum. In vielen deutschen Großstädten, insbesondere in Berlin und Frankfurt, konzentrieren sich Polizei und Strafverfolgungsbehörden zunehmend auf andere Delikte und stufen den Besitz geringer Mengen Marihuana als geringes Verfolgungsrisiko ein. Auch der legale Erwerb von CBD-Produkten ist ein weiterer Schritt zur gesellschaftlichen Anerkennung und damit zur Legalisierung.
Fazit
Cannabis ist bereits seit Jahrtausenden eine wichtige Pflanze für die Menschheit und sie wird es auch in der Zukunft bleiben. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Pflanze vermehrt für politische Kampagnen instrumentalisiert, allerdings haben zahlreiche Statistiken bewiesen, dass eine strafrechtliche Verfolgung von Cannabis weder den Handel noch den Konsum einschränken. Die Chancen für eine endgültige Legalisierung und für den Aufbau einer staatlich regulierten Cannabisindustrie in Deutschland standen allerdings noch nie so gut wie heute.
Quellen:
- https://www.dw.com/en/world-cannabis-day-a-brief-cultural-history-of-hemp/a-60587032
- https://sanitygroup.com/genusscannabis/geschichte-von-cannabis/#Cannabis-Europa
- https://www.hessenschau.de/gesellschaft/frankfurt-warum-die-legalisierung-von-cannabis-die-polizei-entlasten-koennte,cannabis-legalisierung-106.html